- gewollt sein -

Wir rennen. Wir rennen. Wir rennen.
Flüchten.
Weiter weg.
Es gibt immer einen einfacheren Ausweg dem den Naiven zusagt.
Am besten kommt es zur Geltung wenn man seiner eigenen Primitivität freienlauf lässt.
Oder besser.
Einfach nur denken wie weit es im eigenen Fallen kommen würde.
Nur ich kann nicht rennen.
Nicht flüchten.
Nicht weiter.
Mich halten meine Gedanken fest.
Alles scheint so statisch.
So schwarz.
Wo bleibt die dynamische energische Hoffnung.
Weg.
Sie scheint wie weggeblasen.
Nichts bleibt übrig.
Nur das nackte Bild der Welt.
Tief schmerzt es.
Diese Einschränkung.
Dieser Unsinn.
Wohin denn nun ?
Wohin nun bloß ?
Augen zu und durch ?
Ohne einen Gedanken zu fassen, es sich über sich ergehen lassen ?
Nein, dazu bin ich nicht im Stande.
Kein Ziel lässt mich diese Energie aufwenden.
Warum denn was ?
Nichts scheint mehr sinnhaltig.
Alles leer.
So wie ich.
Leerer als je.
So absehbar.
Durchschaubar.
Nichts hat mehr etwas individuelles.
Alles scheint schon gemacht.
Geschehen.
Wo bleibt der Gedanke:
Ja. Das will ich.
Nichts ist mehr das was zum Wollen wert zu sein scheint.
Raus.
Weg.
Etwas anderes sehen.
Keine Hoffnung etwas neues zu finden.
Man fällt und fällt.
Es wird immer schwärzer.
Nur manchmal scheint ein kleiner weisser Fleck.
Jedesmal frag ich mich ob der weisse Fleck eine Täuschung war oder ob er wirklich existiert und ich ihn bloß nicht entdecke.
Was hält mich denn dann noch ?
Warum finde ich ihn nicht auf meine schier unendlichen Suche.
Wo sind die Werte hin ?
Die Dinge die Früher doch so selbstverständlich waren.
Mein Kopf schneidet alles auseinander.
Jede Dynamik wird zerissen.
Nichts bewegt sich.
Alles tritt auf der Stelle.
Es scheint so hoffnungslos.
Alles nur wiederholend.
Da war er wieder.
Der weisse Fleck.
Als ob er mir sagt, doch dort ist etwas.
Etwas was dich noch immer reizt.
Doch im nächsten Moment scheint er wie ausgelöscht.
Die Gedanken stürzen sich darauf wie Raubtiere.
Zerreissen die Vorstellung.
Lassen nichts mehr übrig.
Nur noch schwarze Leere.

- mjam -

Rationales Ich.
Hin und her Gezerre im Innern, jedoch empfinden sein Ursprung läge außerhalb des eigenen Denkens.
Adaptieren des Ichs zu einem logisch rationalem Konstrukt.
Normenzwang, Wertegefüge, Synonyme für das Auferlegen der "Vernunft".
Empirische, zur Naivität verdammte, Beweisführung als Mittel der Effizienz.
Nur welche Effizienz, welche Ziele, welches Wissen, welches Sein.
Glück als oberstes Begehren.
Glück als Ausgleich zum sonst so tristen Dasein.
Plus, Minus Glück bedeute inneren Frieden, Zufriedenheit, Ruhe, wie man es auch nennen mag.
Plus, Minus, da doch die ganze Welt so funktioniere.
Dem Einzelnen hilft dies aber recht wenig.
Viel mehr sehnt sich das Geschöpf nach Perfektion, nach dem Funktionierenden, dem Einfachen, dem Befriedigenden.
Seine Vorstellungen sollten Perfektion erreichen, worauf die Seele schweigen würde.
Doch was ist nun Perfekt ? Was ist unzerbrechlich ? Nichts.
So bleiben Zweifel, jeder Zeit und jeden Orts.
Diese nagen am Inneren, machen das Existieren zu einer Qual.
So dann sollte man sich entledigen, von all dem Belastenden, Zerrenden im Inneren.
Sich selbst gegenübertreten.
Der einzigen, inneren Wahrheit ins Gesicht schauen.
Kämpfen. Kämpfen um die Freiheit des quallosen Seins, wobei man sich selbst der einzige Feind ist.
Zusammenführung des zerissenen, verdrängten, uneinheitlichen, leidenden Ichs.
Man könnte dies als den schwersten Weg betrachten, doch wenn man sich im klaren ist
in welcher Subjektivität man steckt, in welcher egozentrischen Perspektive man denkt,
mit welchem Unwissen man existiert, so verliert jegliche Einteilung ihre Bedeutung.

- Wahn -

Hier stehe ich nun.
Es scheint als wäre alles offen, frei und unbeschwert, und doch sehe ich nichts.
Auch ich brauche ein Ziel. Einen Grund. Einen Sinn.
Doch scheinen diese Ausdrücke nicht einmal mehr eine Bedeutung zu haben.
Ich sehe nichts.
Immer wieder fange ich einen Gedanken ein. Ziehe ihn zu mir. Halte ihn fest.
Versuche ihn in die schweren Ketten des Seins zu legen,
aber nichts hilft.
Er entflieht, so schnell wie er gefangen war.
Manchmal halte ich ihn Stunden, Tage oder Wochen fest.
Doch nie länger.
Ich sehe nichts.
Ungewisse Schwärze. Unkontrolliertes Sein.
Wie gefangen, auf der Suche nach dem befreienden Fund.
Nichts scheint dem gerecht zu werden. Die Suche scheint sich endlos zu verlaufen.
Kein Ende in Sicht, nur Qual vor Augen.
Hoffnung. Sie ist nun zum Quell der Qual geworden.
Ich fühle mich als würde ich schweben, in dieser unendlichen Leere.
Unmöglich zu entkommen.
Wie fremdgesteuert umklammere ich die Hoffnung und halte mich an ihr fest,
obwohl sie selbst mir hoffnungslos erscheint.
Keine Flucht kommt in Frage, nur die Suche ist immer präsent.
Doch ich sehe nichts.